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Arbeitszeitmäßige Bewertung für die Teilnahme Pädagogischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Klassenfahrten

Eine Kollegin, Pädagogische Mitarbeiterin einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, hat Klage am Landesarbeitsgericht Niedersachsen geführt.

Mit dem Urteil vom 10.02.2012 (LAG Niedersachsen, 12 Sa 597/11) wurde festgestellt, dass alle während einer Klassenfahrt anfallenden Tätigkeiten, vom Wecken der Schülerinnen und Schüler bis zum Beginn der Nachtruhe abzüglich der gesetzlichen Pausenzeiten, als Arbeitszeit zu werten sind.

 

  • Die Arbeitszeit liegt in der Regel zwischen 07:00 und 22:00 Uhr abzüglich der gesetzlich vorgegebenen Pausenzeiten.
  • Fallen nachts Arbeitszeiten an, führen auch diese zu Überstunden.
  • Wie bereits praktiziert stellen Teilzeitbeschäftigte für den Zeitraum der Klassenfahrt einen Antrag auf Zahlung von Entgelt für Vollbeschäftigte (38,5 Std./Woche).
  • Alle weiteren über die Vollbeschäftigung hinaus gehenden Stunden sind Überstunden. Diese sind entsprechend durch Freizeitausgleich während der Unterrichtszeit auszugleichen. 
  • Einen Nachweis über die tatsächlich geleistete Arbeitszeit Pädagogischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird von diesen selbst geführt.
  • Während der Nachtruhe anfallende Betreuungszeiten sind ebenfalls Arbeitszeit und zu dokumentieren.
  • Die anfallende Arbeitszeit für Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der Teilnahme an Klassenfahrten ist vollumfänglich abzurechnen.

Wir gehen davon aus, dass die Abrechnung der Arbeitszeit für Wohnpraktika gleichrangig erfolgen muss.